1955 / 1956
Alfons Schlüter und Margarete Storcks
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Throngefolge:

Martin Selting und Renate Schlüter
Werner Kreielkamp und Mathilde Schäpers,
Franz Önning und Agnes Storcks,
Arnold Schlüter -Thesing und Maria Kemper.

   
 

     
 

Die drei besten Schützen:

Werner Selting,
Engelbert Selting,
Eugen Uphues.

     
   
     
   
     
   
     
 
     
 

Stimmung stieg wie die Sonne
Schützenfest in Ramsdorf bei herrlichem Wetter / Adjutant Alfons Schlüter wurde neuer König / Auszeichnung der drei besten Schützen durch die neue Königin Frl. Margarete Storcks

Ramsdorf. Das Ramsdorfer Schützenfest des Jahres 1955 kann einen würdigen Platz in der fast 350-jährigen Tradition des Schützenvereins einnehmen, das kann im Rückblick auf das diesjährige Schützenfest gesagt werden, und das ist auch das größte Lob, das dem Vorstand, dem Königspaar, dem Offizierscorps und den schützen selbst ausgesprochen werden kann. Alles harmonisiert gut und bildet eine geschlossenes Ganzes, so daß auch allen auswärtigen Gästen – und die waren sehr zahlreich – ein angenehmer Eindruck vermittelt wurde; sie fühlten sich wohl in Ramsdorf.
Gegen  19 Uhr begann am Samstag das große Fest. Böllerschüsse riefen alle Ramsdorfer auf. Voran der Spielmannszug, die Stadtkapelle und die Sänger zogen dann Vorstand und Schützen im Schweigemarsch zum Ehrenmal. Die Blaskapelle leitete die Feierstunde mit einem Choral ein, dann sangen die beiden Männerchöre, Ramsdorf und Burlo. Mit einer ergreifenden Rede gab dann der Präsident des Vereins, Engelbert Ebbeler, der Gedenkstunde am Ehrenmal eine besondere Note. An seine Gedenkworte knüpfte er die Hoffnung, das den verantwortlichen Staatsmännern in Genf die rechte Einsicht verliehen werde und endlich der Weltfriede geschaffen werde, für Heimat und Vaterland! Während grüne und rote Fackeln zu beiden Seiten des Ehrenmals aufleuchteten, legte der Vorstand einen Kranz nieder. Nach der Feierstunde hörte man im vollbesetzten Zelt ein schönes Konzertprogramm.
Der Sonntag begann mit dem Wecken und feierlichem Hochamt. Inzwischen kletterte die Sonne immer höher, die Thermometer stiegen, aber auch die Feststimmung in Ramsdorf. Der Sportplatz, auf dem die Paraden stattfinden sollte, wurde mit der Motorpumpe der Feuerwehr bespritzt, ebenso der Fußboden des Zeltes, so das die Schützen in einem etwas abgekühltes Zelt zur Parade antreten konnten. Ein schönes Bild bot der von hunderten von Menschen umrahmten Sportplatz, als Oberst Kipp das Kommando übernahm und die Ansprache an seine Schützen hielt. Unter den Klängen eines Defiliermarsches zog dann das Königspaar ein. Es folgte dann die große Parade, und alles staunte auf die gute Organisation. Man hatte gut geübt. Danach ging es zum Festball ins Zelt.
Der Montag brachte dann den Höhepunkt des Festes, Königsschuß und Thronwechsel. Im Festzelt wurde angetreten und die Ehrengäste wurden empfangen. Dann ging es zur Vogelstange. Nach altem Ritus wurde dann den Befehl gegeben: Wegtreten zur Belagerung des Vogels, und der Vogel wurde eifrig belagert. Krone und Zepter wurden bald herunter geholt als gegen Mittag plötzlich ein Gewitter aufzog. Es regnete in Strömen, blitzte und donnerte. Alles floh und flüchtete zu den nächsten Bauernhöfen, nur einige unentwegte „hielten die Stellung“, und sie erlaubten sich einen Spaß, ließen den Vogel herunter und wollten ihn fliegen lassen. Nach einigen diplomatischen Schritten wurde der Vogel wieder hochgezogen und es wurde weitergeschossen. Plötzlich ein Hochruf, auf den Schultern der Schützen schwebte der Adjutant Alfons Schlüter. Der neue Schützenkönig war gefunden. Damit war das Zepter  nach vielen Jahren wieder einmal in die Hände der Jugend gefallen. Zur Königin wählte sich der König Alfons I. Fräulein Margarete Storcks. Throndamen wurden Renate Schlüter, Mia Kemper, Mathilde Schäpers und Agnes Storcks, die Thronherren: Arnold Schlüter-Thesing, Martin Selting, Franz Oenning und Werner Kreielkamp. Bald erschien das neue paar auf der Vogelwiese und schritt die Front der Schützen ab. Dann ging es zurück in die Stadt, wo man mit Musik einzog. Nach dem wurde dann die Parade vom Vortage vor dem neuen Königspaar wiederholt. Die besten drei Schützen, die von der Königin ausgezeichnet wurden- waren: Werner Selting, Engelbert Selting und Eugen Uphues. Unbeschreiblich war dann der Jubel und die Freude am Abend beim großen Krönungsball. König Alfons I. hatte seine Herrschaft in würdiger Form übernommen.

B.Z. Bericht vom 20. Juli 1955