1959 / 1960
Josef Wetter und Elisabeth Meßling
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  Throngefolge:


Alois Meßling und Hedwig Wetter,
Fritz Ebbing und Franziska Storcks,
Franz Holtwick und Theresia Hummels,
Heinrich Sparwel und Clementine Menning.

Die Insignien holten:

Amtbürgermeister Bernhard Rave,
Ewald Selting,
Josef Wetter.

 

    Rückweg von der Vogelstange (Worthe)
     
 

Die Vogelstange war auf dem Hof Schulze-Selting

 

General Josef Kipp wurde in diesem Jahr
zur 30 Jährigen Amtszeit als Offizier geehrt.

     
   
 

 

 

 
   
 

Josef Wetter schoß den Vogel ab
Ramsdorf hat ein neues Königspaar – Prächtige Feststimmung in der ganzen  Gemeinde – erhebende Feierstunde am Ehrenmal – Ein spannender Kampf an der Vogelstange – General Kipp  wurde ausgezeichnet

Ramsdorf. Bei einer wogenden Hochstimmung nahm in den Morgenstunden des Dienstags das diesjährige Schützenfest des St. Walburgis Schützenvereins Ramsdorf-Stadt seinen Ausklang. Diese Hochstimmung hatte bereits am Samstag die Burgstadt an der Aa erfaßt, als das fest mit Böllerschüssen eingeleitet wurde. Sie hielt das ganze Fest über an. Die Ramsdorfer haben auch in diesem Jahr wieder einmal ein Fest voller Jubel, Freude und Stimmung gefeiert, das sich würdig in die Reihe der Ramsdorfer Schützenfeste einreihen kann, wofür nicht zuletzt auch der diesjährige König der Schützen, Josef Wetter, gesorgt hat, der am Montag nach der Mittagpause in einem mutigen Vorstoß den letzten Rest des Vogels von der Stange holte.
Es wäre mäßig an dieser Stelle den gesamten Festablauf beschreiben zu wollen. So wollen wir nur einige Höhepunkte aus dem umfangreichen Programm herausgreifen. Nachdem am Samstag das Fest in althergebrachter Weise um 18 Uhr eingeschossen worden war, traten die Kompanien um 20 Uhr am Festzelt an, um den Gefallenen zu gedenken. Schweigend bewegte sich der lange Zug vom Zelt zum Ehrenmal wo die Ahauser „Städtische Kapelle“ die Kriegerehrung mit einem Choral eröffnete, dem sich der Männergesangverein „Concordia“ Ramsdorf mit einer Hymne anschloß. In bewegten Worten gedachte der Präsident des Ramsdorfer Schützenvereins, Engelbert Ebbeler, der gefallenen Söhne der Burgstadt und darüber hinaus aller Opfer des letzten Weltkrieges. Bei dem Lied vom guten Kameraden und während des Aufleuchtens des Feuerwerkes legte der Präsident einen Kranz am Ehrenmal nieder. Böllerschüsse durchrissen die feierliche Atmosphäre. Dann ertönten die „Pauken und Trompeten“. Mit klingendem Spiel der Städtischen Kapelle Ahaus und dem Ramsdorfer Spielmannszug ging`s zum Kirchturm, wo auf dem Vorplatz der große Zapfenstreich von den beiden Musikzügen ausgeführt wurde. Das feierliche Wechselspiel Zwischenspiel von Trommeln, Flöten und Hörnern war für die große Zahl der Zuhörer ein Erlebnis. Festlich nahm auch der Abend im Festzelt seinen Ausklang.
Am Sonntag trat das Offizierskorps und der Vorstand nach dem Festgottesdienst in der Pfarr- und Patronatskirche St. Walburgis am Festzelt an, um die traditionelle Galavorstellung bei den Majestäten vorzunehmen. Ein ausgezeichnetes Debut ihrer konzertanten Möglichkeiten gaben die Ahauser während des Frühschoppens, der in diesem Jahr so gut besucht war, wie bisher noch nie. Unter den zahlreichen Ehrungen sei hier besonders die Ehrung des Generals Josef Kipp für seine 30jährige Amtszeit als Offizier erwähnt. Der Sonntag stand überhaupt im Zeichen der großen Zuschauer- und Gästezahl. Vor einer Imposanten Kulisse konnte die ausgezeichnete Parade der Schützen auf dem Sportplatz ausgeführt werden. Jubel und Trubel herrschte auf der Kirmes, und Stimmung und Frohsinn füllten die ganze Stadt und das Festzelt bis in die ersten Stunden des Montag. Mit der Disziplin ihrer Schützen an allen Tagen konnten die oberen Offiziere, Bataillonskommandeur Funke, Oberst Uphues und General Kipp voll zufrieden sein, woran aber auch die Hauptleute ihren besonderen Verdienst hatten.
Spannungsgeladen waren am Montag die stimmungsvolle Atmosphäre auf dem Hofe Schulze-Selting, wo das Vogelschießen stattfand. Im Festzug zur Vogelstange befanden sich jetzt auch Pastor Dresjan, Bürgermeister Hericks, Amtsbürgermeister Rave und Amtsoberinspektor Strate. Nach den überlieferten Einleitungszeremonien setzte gleich ein Trommelfeuer auf den kunstvoll geschnitzten Vogel ein, bis er ganz und gar Federn lassen mußte. Die Insignien des Vogels konnten Amtsbürgermeister Rave, Ewald Selting und der spätere König als Trophäe mitnehmen. Nach der Schießpause nahm dann Josef Wetter einige Male Ziel, und unter den Jubel der Schützen flogen die letzten Reste des Vogels von der Stange. Der neue König war gefunden. Ein alter Ramsdorfer non echtem Schrot und Korn, Schneidermeister Josef Wetter, thronte auf den Schultern seiner Schützen. Zur Königin wählte sich der neue König Frau Elisabeth Meßling. Zum Throngefolge gehören Aloys Meßling, Fritz Ebbing, Franz Holtwick, Heinrich Sparwel, Frau Hedwig Wetter, Frau Clementine Menning, Frau Therese Hummels und Frau Franziska Storcks. Immer wurde das neue Königspaar und der Thronstaat von den Schützen umjubelt, auf der Vogelwiese, bei den Umzügen und den Paraden und beim Krönungsball, der bis in den ersten Stunden des Dienstags anhielt.
Im Verlaufe des Abends konnte das Ramsdorfer Königspaar den diesjährigen König von Essen-Katernberg, mit dem Königsornat geschmückt, empfangen. Es erübrigt sich, noch einmal darauf hinzuweisen, das die Wogen der Stimmung bis zum Ausklang des Festes anhielten. Das sein noch zum Schluß gesagt: Es war auch in diesem Jahr wieder ein schönes Fest. Das ist auch das Urteil aller Festteilnehmer.

B.Z. Bericht von 15. Juli 1959