1960 / 1961
Heinrich Kerkhoff und Maria Meßling
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Throngefolge:

Frau Christine Kerkhoff,
Frau Erna Kormann,
Frau Josefa Cremer,
Frau Theresia Storck,
Hermann Meßling,
Heinz Nieland,
Anton Sutrupp,
Ludwig Kerkhoff.

 

     
 

Die drei besten Schützen:

Zepter: Oberst Eugen Uphues,
Krone: Bataillonskommandeur Alois Funke,
Reichsapfel: Präsident Engelbert Ebbeler.

 
 
  Links Ludwig Kerkhoff
 
 
 
  Im Hintergrund die Abordnung von Essen-Katernberg.
 
 
 

Heinrich I. regiert in Ramsdorf
Das Schützenfest 1960 war ein großes Fest – Trotz Regens kamen zahlreiche Gäste - Ramsdorfer Festchronik wurde um ein schönes Kapitel erweitert – Gastverein aus Essen-Katerberg kam mit einer starken Abordnung

Ramsdorf. Das Schützenfest 1960 des St. Walburgis–Schützenvereins ist gefeiert, und in der Rückschau kann man sagen, das die Chronik des Vereins um ein weiteres schönes Kapitel erweitert werden kann. Zwar hatte das Wetter am Sonntag wenig Einsehen mit den Schützen, aber dafür werden sie am Montag mit Sonnenschein entschädigt. Der Königsschuss tat der Berginvalide Heinrich Kerkhoff, der dreißig Jahre im Verein als Fahnenoffizier tätig war. Zur Königin erkor er sich Maria Meßling.
Eine erwartungsvolle Ruhe herrschte am Samstag in Ramsdorf bis die ersten Böllerschüsse um 18:00 Uhr das diesjährige Fest ankündigten. Dann rüstet man überall zum Aufbruch, um im Festzelt beim Antreten der Schützen dabei zu sein.
Die besondere feierliche Kriegerehrung als erste offizielle Veranstaltung des diesjährigen Festes wurde auch in diesem Jahr wieder zu einem Höhepunkt. Der Ramsdorfer Männergesangverein unter seinen Dirigenten Lehrer Aloys Nordhoff und die Städtische Kapelle Ahaus umrahmten die Feierstunde in würdiger Form. In Gedenken der Opfer der beiden Weltkriege rief in einer wohlgesetzten Rede der Präsident Engelbert Ebbeler, auf. Die gesamte Ramsdorfer Bürgerschaft gab dieser ehrenvollen Feierstunde am Kriegerdenkmal einen würdigen Rahmen. Nach der Kriegerehrung erschallten die ersten Klänge der Marschmusik in den Mauern der Burgstadt. Man zog zum Kirchplatz, wo der große Zapfenstreich zu Gehör gebracht wurde. Beide Musikkorps, die Ahauser unter ihren bekannten Dirigenten und Komponisten van Nek und die Ramsdorfer unter ihren Tambourmajor Lehmkuhl gaben dem gesamten Fest das stimmungsbetonte Gepräge.  Der Samstag klang aus mit dem Abendlichen Konzert im Festzelt.
Am Sonntag versammelte man sich nach dem Galaempfang im Festzelt zum traditionellen Frühschoppen. Besonders herzlich wurde der befreundete Bürgerschützenverein „Tell“ aus Essen Katernberg, begrüßt, der mit dem Königspaar, dem Offizierscorps, einem Spielmannszug und einer starken Abordnung von Vorstand und Schützen erschienen war. Der Nachmittag gehörte der altüberlieferten Parade auf dem Sportplatz. Allerdings war das Wetter wenig einladend, und so wurde die Zeremonie ein wenig abgekürzt. Beim großen Festball allerdings waren schnell alle Wettersorgen vergessen. Die Stimmung kletterte in dem vollbesetzten 16 Längen großen Festzelt an der Worthe schnell auf dem Höhepunkt, der bis zum Schlussakkord anhielt.
Der Höhepunkt des Montag war der Thronwechsel. Bis zum späten Nachmittag lachte vom blauen Himmel die Sonne. Da blieb es nicht aus, daß das Stimmungsbarometer schon auf der Vogelwiese am Hofe Schulze-Selting anstieg. Nach dem ersten Trommelfeuer auf den Vogel und dem allgemeinen Mittagessen fasten sich einige Anwärter ein Herz. Schließlich gelang es den Fahnenoffizier Heinrich Kerkhoff der Königsschuß. Als Heinrich I hat er nun die Regierungsgewalt im Ramsdorfer Schützenverein ein Jahr lang inne. Zur Mitregentin wählte er sich Frau Maria Meßling. Den weiteren Thronstaat bildeten: Frau Christine Kerkhoff, Frau Erna Kormann, Frau Josefa Kremer, Frau Theresia Storcks, Hermann Meßling, Heinz Nieland, Anton Suttrup, Ludwig Kerkhoff. In traditioneller Form wurde am Nachmittag die Parade vor dem neuen Königspaar auf dem Sportplatz abgeholten. Nach dem Umzug durch die Straßen der Altstadt fand man sich wieder im Festzelt zum Königstanz ein, dem der große Krönungsball folgte, der wieder unter dem Motto  „Ordnung, Eintracht, Frohsinn“  jung und alt und viele Gäste in einer fröhlichen Gesellschaft vereinte. Die besten Schützen nach dem König, welche die Insignien des Vogels herunter holten waren: Oberst Eugen Uphues (Zepter), Bataillonskommandeur Alois Funke (Krone) und Schützenpräsiden Engelbert Ebbeler (Reichsapfel).

B.Z. Bericht vom 15. Juli 1960