1962 / 1963
Bernhard Bone und Ulla Hollmann
<< zurück zur Liste
     
 

Throngefolge:

Frl. Christa Rudolf,
Frl. Hannelore Reinisch,
Frl. Hedwig Meßling,
Frl. Anneliese Bone,
Herrn Clemens Stegger,
Herrn Bernhard Rudde
Herrn Paul Kreielkamp,
Herrn Heinz Bröker.

     
 

 

    Es ist wahrscheinlich einmalig in der Geschichte des St.Walburgis Schützenvereins Ramsdorf-Stadt,
das man ein Gold und ein Diamanten Königspaar noch einmal im gleichem Jahr erleben darf.
     
 
     
   
     
 

Ramsdorfer feierten sein Fest des Jahres
Bernhard Bone schoß den Vogel ab – Ganz Ramsdorf war eine fröhlich Gemeinschaft

Die Wellen des Frohsinns sind abgeebbt. Auf der Bogter ist es wieder ruhig geworden. Das Ramsdorfer Schützenfest 1962 ist gefeiert und es geziemt sich, wieder mal Rückschau zu halten. Da muß zu Beginn gleich gesagt werden: Es war wieder ein Schützenfest, das sich der langen Tradition der Ramsdorfer Schützenfestfolge des St.-Walburgis-Schützenvereins in höchsten Maße für würdig erwies. Daran hatte nicht zuletzt auch die diesjährigen Majestäten König Bernhard und Königin Ursula Hollmann mit ihrem Thronstaat einen gebührenden Anteil.
Fast wie ein Wunder betrachteten die Ramsdorfer Schützen und ihre zahlreichen Gäste den Wetterumschlag zu Beginn des Festes. Nach der Wochenlagen Schlechtwetterperiode setzte sich ausgerechnet am Wochenende sommerliches Wetter ein, das an allen Festtagen die schon vorhandene Hochstimmung noch steigerte. So waren alle Voraussetzungen für ein Gelingen des großes Ramsdorfer Volksfest gegeben. Auch die Konzentration von Kirmes und Schützenzelt am Rande der Stadt abseits von Verkehr, erwies sich als Vorteilhaft. Mit dem allgemeinen Sammeln der Schützen im Festzelt begann am Samstag das Festprogramm. Nach dem Antreten bewegte sich der stattliche Zug von drei Schützenkompanien, angeführt vom Ramsdorfer Spielmannszug, der Städtischen Kapelle Ahaus, dem Ramsdorfer Männergesangverein und dem Vereinsvorstand zum Kriegerehrenmal, wo nach altem Brauch das Fest einen würdigen Auftakt bekam. In stiller Anteilnahme verfolgte eine große Menschenmenge die Ehrung der Gefallenen. Nachdem die Städtische Kapelle Ahaus und der Männergesangverein unter seinen Dirigenten (Lehrer Nordhoff) durch Choräle den Ernst der Feierstunde unterstrichen hatten sprach Kaplan Gediga in bewegten Worten das Anliegen der besinnlichen Feierstunde vor dem großen Fest aus.
Nach dieser besinnlichen Feier ertönte beim Umzug durch die Straßen der Burgstadt die ersten Takte zünftiger Marschmusik, bis der Zug vor dem Kirchturm der Pfarrkirche Aufstellung nahm, um den immer wieder erhebenden Wechselspiel zwischen Spielmannszug und Blaskapelle beim „Großen Zapfenstreich“ beizuwohnen. Hier spielte der Ramsdorfer Spielmannszug unter der bewährten Stabführung seines Leiters Ernst Lehmkuhl, während beim übrigen Festprogramm Ludger Hummels als Tambourmajor mit dem Spielmannszug eine viel beachtete Leistung bot.
Stimmung und Frohsinn herrschten in der Burgstadt auch am Sonntag, als letzten Regierungstag der Majestäten Konrad Meßling und Gerda Hummels. Das hervorragende Sommerwetter hatte zahlreiche Gäste nach Ramsdorf gelockt, die sich zusammen mi der Ramsdorfer Bürgerschaft zum Frühschoppen im Festzelt sowie zu den Paraden am Nachmittag einfanden. An dieser Stelle soll aber nicht die Leistung der Vereinsvorstand unerwähnt bleiben, der ja in diesem Jahr zum größten Teil neu gewählt worden war und vor besonderen Schwierigkeiten die sich aus den verschiedenen Änderungen ergaben, stand. Er hatte unter seinen neuen Präsidenten Alois Storks die Organisation des Festes hervorragend bewältigt. Nach dem großen Festball am Sonntagabend war der Spielmannszug am Montagmorgen wieder zuerst auf den Beinen. Er spielte zum Wecken in allen Straßen der Stadt auf,  bis sich die Schützen zum Abmarsch auf dem Sportplatz einfanden. In bester Stimmung zog man dann zur Vogelstange, die erstmalig im Ortsteil Krückling auf dem Hofe Wessendorf-Amann aufgestellt worden war. Hier entwickelte sich nach Ausgabe der Parolen bereits ein lebhaftes Treiben das sich Angesichts der lachenden Sonne noch ständig steigerte. Die Kapelle spielte auf der Tenne, die Theken befanden sich in einen wahren Belagerungszustand währen der Vogel schnell Federn lassen mußte. Und immer mehr Gäste fanden sich ein. Dann war es soweit. Im Allgemeinen Stimmungsgewoge erscholl plötzlich nach einer längeren Attacke auf dem Vogel der Ruf: „Der Vogel ist ab!“ Auf den Schultern seiner Mitschützen schwebte Bernhard Bone. Die Königskette blieb damit in den Reihen der jüngeren Generationen. Zur Mitregentin nahm sich der neue König Fräulein Ursula Hollmann. Während des Nachmittagsprogramm und die „Besetzung des neuen Königshauses“  vorbereitet wurden, blieb alles in einer ausgesprochenen gemütlichen Gemeinschaft an der Vogelstange. Am Nachmittag stellte sich dann das neue Königspaar mit seinem Thronstaat zunächst seinen Schützen an der Vogelstange, später der gesamten Öffentlichkeit auf dem Sportplatz vor. Der Höhepunkt des allgemeinen Jubels wurde am Abend im Festzelt beim großen Krönungsball erreicht. Getreu dem Motto des Ramsdorfer Schützenfestes: „Ordnung, Eintracht, Frohsinn“, fand das diesjährige Schützenfest des St. Walburgis-Schützenvereins Ramsdorf-Stadt mit diesem Krönungsball einen würdigen Abschluß.

B.Z. Bericht vom 11. Juli 1962