1951/52 Wilhelm Bramhoff und Wilhelmine Lohmann

Throngefolge:

Frau Wilhelm Bramhoff,
Frau Alois Rave,
Frau Heinrich Kerkhoff,
Frau Franz Selting,
Herr Ernst Lohmann,
Herr Wilhelm Kipp,
Herr Heinrich Leiting,
Herr Gerhard Steenpass.

Fröhlicher ging`s nicht! Das war der Höhepunkt / Ganz Ramsdorf war gestern auf den Beinen

Die Ramsdorfer Amtsverwaltung wird in diesen Tagen nicht leicht gehabt haben, ruhig auf ihren Stühlen zu bleiben. Verwegen schaukelt die Schiffsschaukeln vor ihrem Fenster, und wer mit der Verwaltung telefoniert haben sollte, wird sicher im Kopfhörer den fröhlichen Lärm des Kirmestrubels vernommen haben. So war es eben: das ganze Städtchen war auf den Beinen. Und so muß es bei einem Volksfest auch sein. Nach dem Königsschießen am gestrigen Tage erreichte die öffentliche Stimmung ihren Höhepunkt. Wie konnte es anders sein, denn schon beim Königsschießen gings „wild“ her, einzeln und in Gruppen suchte man den Vogel herunter zu holen. Willi Bramhoff gelangs. Angetan mit der Prachtvollen Schützenkette strahlte er die überlegende Ruhe des Meisterschützen aus, und Frau Wilhelmine Lohmann in Lila mit roten Nelken im Arm ließ sich mit ihrem König die Ovationen des „Volkes“ gefallen. Im Throngefolge bemerkten wir Frau Wilhelm Bramhoff und Ernst Lohmann, Gerhard Steenpaß und Frau Alois Rave, Wilhelm Kipp und Frau Franz Selting, Heinrich Leiting und Frau Heinrich Kerkhoff. Obers Josef Kipp und Major Ernst Selting brauchten sich bei der Parade vor dem neuen Königspaar nicht groß anzustrengen, um Ordnung und Stimmung zu bringen: es ergab sich alles von selbst aus einer natürlichen Begeisterung der Ramsdorfer für ihr Schützenfest. Prachtvoll die Pferde, besonders bemerkenswert auch die Stadtkapelle Ramsdorf, deren Dirigent Ignatz Hummels man ansah, das er diese elegante Stabführung seiner musikalischen Erziehung durch das Orgelspiel verdankt. Im Stechschritt marschierten die Schützen am Königspaar vorbei. Aber es sah garnicht so „militaristisch“ aus, zumal die Holzgewehre mit Blumen geschmückt waren. Heller Beifall drang den Schützen entgegen, der eine machte es lustig und mit einem bißchen Ironie, der andere wieder zeigte daß er noch „Mumm“ in den Knochen hatte, und beides war gut. Niemand wird unseren guten Gärtner A. Rave übersehen haben, der mit einer reichlich mittelalterlichen Flinte den lustigen Abschluß der Parade bildete. So entfaltete sich vor der Ramsdorfer Burg am gestrigen Nachmittag ein farbenfrohes Bild, und man muß sagen, die Ramsdorfer verstehen sich auf Volksfeste. Alle machen mit: man sah den Amtsdirektor in feierlichem Galaanzug, und wenn schon unser Kaplan Ahler mit H. Funke und W. Selting zu den besten Schützen des Tages zählt, so spricht das für die echte Volksgemeinschaft. Hiermit ist der rechte Ton angeschlagen, und er klang noch bis spät in die Nacht fröhlich aus allen Häusern.

Verlauf der Schützenfesttage
Nachdem Wohnwagen und Festzelt als Vorboten des traditionellen Volksfestes schon zu Beginn der vergangenen Woche das Ramsdorfer Schützenfest und die damit verbundene Kirmes angekündigt und besonders der Jugend Tage der Freude angekündigt hatten, brachte der vergangene Sonntag vom Wetter begünstigt, der ganzen Gemeinde ein Festgepräge, wie es die Stadt Ramsdorf seit mehr als 10 Jahren nicht mehr gesehen hat. Neben zahlreichen Verkaufsständen, die von der Jugend im Verein mit den Karussells, Schiffschaukel und der Fahrt an der steilen Wand bewundert wurden, lies allgemeiner Frohsinn auch die Vielfachen Wünsche der Kinder verständlich erscheinen. Aber auch die Erwachsenen brachte dieses harmonische Volksfest Freude und Frohsinn. Bereits der Sonnabend der eine besondere Gedenkfeier für die Gefallenen unserer Gemeinde vor dem Kriegerehrenmal vorsah, brachte im Anschluß an diese erhebende Gedenkfeier, für die Festteilnehmer einige frohe Stunden, die mit Musik und Tanz ausgefüllt waren. Am Sonntag Nachmittag wurde dann der vorjährige Schützenkönig nach feierlichen Empfang inmitten der Schützenbruderschaft durch die Stadt zum Festzelt geführt, um hier in Eintracht mit der Bruderschaft die letzten Stunden eine Residenz aufzuschlagen, die für die ganze Gemeinde Mittelpunkt des Frohsinns, der Eintracht und der Heiterkeit wurde. Der Montag brachte dann mit traditionellen Vogelschießen, indem nach hartem Ringen, der Friseurmeister Wilhelm Bramhoff aus Ramsdorf, für das kommende Jahr die Königswürde erlangen konnte, um mit der Ehefrau des Gastwirtes Ernst Lohmann aus Ramsdorf das frohe Zepter zu übernehmen, einen erneut schönen Auftakt und Abschluß des diesjährigen Festes.

B.Z. Bericht vom 10. Juli 1951